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Weltenraum der Ewigkeit

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Miay In Memento Mori

Cycosmos Nachfolger

Dungeons of Disasters

Knie nieder Hexe....
Kapitel 1

Der Hilferuf

„Knie nieder, Hexe! Sag mir sofort wo mein Sohn ist!“ Ein riesiger Schatten bäumt sich über Gaia auf, sie sitzt am Boden und drückt Arad fest an sich. Beide sind mit Blut überströmt, mehrere Kratzwunden und blutende tiefe Aufschürfungen überziehen ihre Körper. Gaia blickt nach oben. Eine große menschliche Gestalt, beugt sich über die Beiden, das Gesicht kann man nicht erkennen, denn der lange Mantel mit der Kapuze, die er sich über sein Gesicht gezogen hat, verdeckt seinen Körper und sein Gesicht ganz und gar. Und doch weiß Gaia wen sie vor sich hat. Es ist Simon, der Vater von Duncan. Simon hat sich nun Rache an seinem Sohn und seinen Verbündeten geschworen, denn er wurde von ihnen getötet. Auch weiß sie wo Duncan sich gerade aufhält, doch sie sag Simon nichts, sonder schickt mit ihrer Macht einen Hilferuf an Kendra und Duncan. Weit weg, in einem fernen Dorf, erklingt in zwei Köpfen die Stimme Gaias, die um Hilfe bittet. Gaias Schädel hämmert, Simons Stimme knallt wie ein Peitschenschlag durch das Zimmer. Arad, der zuvor noch laut geweint hat, verkriecht sich nun leise in Gaias Kleiderfetzen. Auch Arads Schädel hämmert, er kann sich kaum noch wach halten. Beide sind einer Bewußtlosigkeit nahe. Einige Minuten später liegen zwei geschundene Körper regungslos auf dem Boden. Über ihnen steht die dunkle Gestalt Simons, mit seinem beißenden und tiefen Lachen bringt er die Erde zum Beben. Erst Stunden später wacht Gaia wieder auf, sie ist an eine Wand gekettet, so wie damals, als Simon ihre Seele besaß, nur diesmal ist etwas anders, sie hat ihre Seele noch. Kein Halsband liegt um ihren Hals, keine Macht, die ihres Seele ihrem Körper entreißen könnte. Sie sitzt mit gesengtem Kopf da, und blickt auf den Boden, rundherum ist alles dunkel. Plötzlich aber hört sie einen Schrei, einen Schrei eines Kindes, ihres Kindes. Gleich darauf wird es hell um sie. Gaia hebt schnell ihren Kopf und reißt die Augen auf. Vor ihr ein kleiner Käfig in dem Arad sitzt, davor und dahinter eine Stachelwand. Der Käfig hängt an einer Kette. Simon steht daneben, die Kapuze seiner Robe immer noch tief in sein Gesicht gezogen. Sein schmerzendes Lachen ertönt wieder und wieder. Arad hält sich seine Ohren zu. Gaia hingegen versucht sich gegen die stechenden Schmerzen in ihrem Kopf zu wehren, indem sie ihre Augen zusammen preßt und ihren Kopf gegen die Wand drückt. Als sie ihre Augen wieder öffnet, blickt sie eine gräßliche rote Fratze an. Ein mit Muskelfasern durchzogenes Gesicht starrt sie grinsend an. Kein Stück haut befindet sich mehr auf den Knochen des Schädels. Keine Augen sitzen in den Augenhöhlen. Ein nichtssagendes Gesicht, dass seine gelben Zähne zum Vorschein bringt, indem es die zum Teil zerrissenen Fasern bei Seite zieht. Bei diesem Anblick würgt es Gaia regelrecht. Sie weiß nun auch warum Arad so herzzerreißend geschrien hat. „Entweder, du sagst mir, wo mein Sohn ist, oder ich werde deinen Sohn aufspießen. Ich werde seinen Käfig immer stärker anstoßen, bis er an eine der spitzen Stacheln stößt, dann wird er erst ein wenig von ihnen gestreift, bis sie ihn dann erstechen und niederstrecken. Wohl wahr, ein grausamer Tod. Also, sag mir wo mein Sohn ist, sonst wird deiner dafür bezahlen!“ Ihr Blick bleibt starr, ihre Lippen verschlossen, Gaia sagt kein Wort. Doch die Angst um ihren Sohn wird immer größer. Sie weiß, dass Simon imstande ist Arad zu töten. Nach einigen Sekunden wird das Schlagen ihres Herzens immer schneller und lauter, sie kann nicht mehr schweigen, ihr Sohn bedeutet ihr zu viel. „Er ist in einem kleinen Dorf, sehr weit weg von hier! Nun lass mich und meinen Sohn gehen.“ Davon das Duncan und Kendra bereits ihre Rückreise zum Schloß planen sagt sie nichts. „Oh nein, ich werde euch beide nicht gehen lassen, du könntest mich ja belogen haben. Wenn Duncan nicht dort ist, dann werde ich euch beide töten!“ Simon ergreift Gaia am Arm, löst ihre Fesseln und schleift sie davon. Arad sitzt ängstlich und völlig verstört in seinem Gefängnis. Zusammengekauert drückt er sich in die hinterste Ecke. Er sieht mit an, wie seine Mutter von Simon davon gezerrt wird. Langsam traut er sich ein wenig vor zu kriechen. Über seine Wangen laufen ein paar Tränen. Plötzlich wird der Käfig geöffnet und er wird von etwas gegriffen. Er kann jedoch nicht sehen, von wem er da aus dem Käfig gezogen wird, denn seine Angreifer sind unsichtbar. Er wird durch die Luft gehoben und dann durch dunkle Gänge zu einer Zelle geschleppt. In diese wird er dann hinein geschleudert. Kaum dass er den Sturz vor der gegenüberliegenden Wand stoppen kann. Ein kleines Fenster ungefähr zwei Meter über ihm erleuchtet die kleine Zelle. Ängstlich blickt er sich um. Eine kleine Pritsche mit Stroh hängt an der Wand und ein Eimer steht auf der anderen Seite. Jetzt übermannt ihn seine Angst, weinend schmeißt er sich auf das Stroh und wühlt sich dort hinein. Es ist Angst und Wut. Wut auf Simon, die ihn nicht mehr losläßt, die ihn seine Schmerzen vergessen lässt. Nach einiger Zeit schläft er ein, zwar schläft er nicht besonders ruhig, doch es ist ein Schlaf, in dem er sich seine Kräfte wieder holen kann und sich seine Wunden regenerieren können. Während dessen hat Simon Gaia in sein Laboratorium gezerrt. Es ist ein Laboratorium der feinsten Art, doch bei genauerem hinsehen erkennt man, dass die Bücher ausschließlich von der schwarzen Magie handeln. Gaia sieht auf den ersten Blick nicht das ganze Labor, doch als sie zur anderen Seite der Wand blickt, sieht sie geschockt eine Leiche auf einem Tisch liegen. Diese Leiche ist über zugerichtet. Es fehlen ihre Arme und ihre Augen. Ihr Brustkorb ist aufgeschnitten, und das Herz ist freigelegt. Jetzt lässt Simon sie los, und schreitet auf die Leiche zu. Er hat wohl keine Angst davor, das Gaia flüchten könnte. Das hat sie auch nicht vor, denn sie weiß, dass Simon dann Arad tötet. Vor der Leiche bleibt er stehen und hält seine Hand über das Herz des Toten. Gaia traut ihren Augen nicht, es fängt wieder an zu schlagen, langsam aber gleichmäßig pocht das Herz wieder. Der Tote bewegt sich langsam, dann nimmt Simon seine Hand wieder von dem Herz weg, welches auch blitzartig wieder aufhört zu schlagen. Schnell dreht er sich zu Gaia um und seine Fratze nähert sich blitzartig Gaias Gesicht, „Wenn du mir nicht sagst, wo Duncan ist, dann werde ich das mit Arad machen.“ Geschockt sagt sie Simon: „Du mußt nur Geduld zeigen, dann wird er schon wieder kommen!“ Ein hämisches Grinsen ziert das fleischlose Gesicht. Schnell drehte er sich wieder von ihr weg. Erleichtert atmet diese auf. Plötzlich erhebt sich Gaias Körper, sie blickt in Simons Gesicht. Seine Zähne blitzen ihr entgegen, er hat seine Hände gehoben, so als wolle er sie hochheben. Das gelingt ihm auch sehr gut. Gaias Füße lösen sich vom Boden und sie schwebt vollkommen schwerelos und haltlos durch den Raum. Ein ledernes Halsband kommt auf sie zugeflogen. Geschockt blickt sie in diese Richtung. Mit Grauen kann sie sich noch daran erinnern, was das letzte Mal passiert ist, als sie ein solches Halsband trug. Doch plötzlich spürt sie ein Kitzeln in der Nase. Sie kann sich nicht zusammenreißen. Sie muß plötzlich niesen. Dann hört sie nur noch ein tiefes, stechendes und lautes Lachen, und das Lederhalsband fällt zu Boden. „Du glaubst doch wohl nicht wirklich, dass ich dieses Mal etwas materielles benutze um dir deine Seele zu rauben? Dieses Mal kannst du sie nicht wieder befreien, denn ich habe sie auf ewig...!“ Mit einem Schlag strömt wenige Sekunden nachdem sie genossen hatte ihre Seele aus ihrem Mund, Simon dagegen öffnet seinen Kiefer und saugt diese in sich. Gaias Herz erstarrt zu Stein, noch schlimmer, ihr ganzer Körper wird zu einer Steinstatue, doch alles was um sie herum geschieht, nimmt sie noch war. „Du wirst meine Sklavin sein, bis Duncan hier eingetroffen ist. Es wird eine Weile dauern bis das ganze Gute und die Erinnerung verblassen, aber dann wirst du dich wieder bewegen können und meine Befehle ausführen, egal was ich dir auftragen. Und merke dir, es gibt kein zurück mehr...!“ Gaias Gedanken schweifen über ihr Leben, auf welches sie kalt hinab blickt. Auch ihren Sohn erblickt sie, sie spürt nichts, keine Angst um ihn, keine Liebe zu ihm. Ihre Gedanken ziehen durch ihre Vergangenheit, doch sie werden bei jedem tieferem Streifzug immer schwächer. Einige Tage vergehen. Bald ist von Gaias Erinnerungen nichts mehr übrig, keiner der schönen Gedanken oder schlechten Erinnerungen ist in ihrem Gedächtnis vorhanden. Ihr einziger Gedanke ist nur noch, ihrem Meister Simon zu dienen, diesen Befehl wird sie ausführen. Langsam wird ihr Körper wieder zu Fleisch und Blut. Doch er bleibt kalt, so kalt wie ihr Herz, so kalt wie ihr Blick. Arad sitzt indes in seinem Verließ, er traut sich nicht aufzustehen aus seiner Ecke. Er hat Angst. Ganz verlassen sitzt er in der Ecke, keiner ist bei ihm, um ihn zu trösten, keiner Hilft ihm. Nur ab und an kommt ein Wächter und schmeißt ihm einen Laib Brot hin und gibt ihm Wasser zu trinken. Nach einiger Zeit, es mögen zwei oder drei Tage vergangen sein, dreht sich wie schon oft der Schlüssel im Schloss der Eisentüre um. Zwar wundert sich Arad kein bißchen, denn er hat den ganzen Tag noch nichts zu Essen bekommen. Sein Magen knurrt schon ganz kräftig. Doch er erblickt nicht das bekannte Gesicht des Wärters, nein, Simon steht in der Tür, ein Grinsen ist auf seiner hässlichen Fratze zu erkennen. Ängstlich drückt sich Arad zitternd in die Ecke, in der er sitzt. „Komm, steh auf Junge, ich bringe dich zu deiner Mutter, sie hat dir etwas zu sagen!“ Ganz langsam erhebt sich Arad. Seine Beine tun ihm vom langen sitzen weh. Plötzlich streckt Simon seine Hand aus und greift nach Arads Oberarm. Mit Gewalt zerrt er den kleinen Körper durch die Gänge seiner Burg. Arad wehrt sich erst ein bisschen, doch dann gibt es erfolglos auf und sieht ein, dass er gegen dieses Monster keine Chance hat. Weit von diesem Übel entfernt stehen zwei Gestalten auf einem Hügel und betrachten den Sonnenaufgang. Die Landschaft um sie herum wird mit dem leuchtendem rot der Sonne durchdrängt. Nicht nur die beiden betrachten den Aufgang der Sonne, sondern auch die Tiere, trauen sich unwahrscheinlich nah an diese Menschen heran, sie sitzen fast neben ihnen und blicken ebenfalls der Sonne entgegen. Langsam steigt die Sonne immer höher. Nach einigen Minuten berührt sie den Horizont nicht mehr, ihre Strahlen erhellen die Gesichter der Gestalten. Ein erfrischendes lächeln huscht über Kendras Gesicht, während sie die helle Scheibe betrachtet. Duncan hingegen scheint von dem Naturspektakel nicht sehr viel zu halten. Gelangweilt dreht er sich von Kendra weg. „Ich bin eben kein Naturmensch, ich bin die Natur nicht gewohnt, lass uns wieder zurück in die Stadt gehen.“ „Einen Moment noch Duncan, ich will mich nur noch von den Tieren verabschieden, seid dem mir die Hexen aus der Höhle ihre Kräfte hinterlassen haben, sehe ich die Welt nun mal mit anderen Augen.“ „Na gut, aber beeile dich, wir müssen vor Mittag die Stadt erreichen, weil wir sonst nicht mehr mit der nächsten Kutsche fahren können.“ Duncan schlendert langsam auf den Wald zu, der zwischen ihnen und der Stadt liegt zu. Als er den Waldrand erreicht hat, dreht sich auch Kendra um und läuft der Stadt entgegen. Es dauert nicht lange, da kommen die beiden auch in der kleinen Siedlung an. Hier hatten sie in den letzten Wochen verweilt, nach dem sie lange Zeit durchs Land gezogen waren. Doch nun wollten sie weiter ziehen. Sie wollten noch ein wenig das Land bereisen, bevor sie sich irgendwo nieder lassen. Schon am Morgen haben die beiden ihr Hab und Gut zusammengepackt. Jetzt müssen sie es nur noch zur Kutsche bringen. Es fällt ihnen leicht der Stadt lebe wohl zu sagen, denn sie wurden dort nie freundlich behandelt. Endlich ist es soweit die Kutsche setzt sich in Bewegung. Laut hört man die Peitsche knallen, dann ein wiehern, dann bewegen sich die hölzernen Räder. Duncan und Kendra sind nicht die einzigen Reisenden, mit ihnen reist auch noch ein Priester und die kleine Tochter des Grafen mit ihrem Kindermädchen. Der Priester ist ein ruhiger Mann, der sich verträumt die Landschaft anschaut. Er dürfte um die fünfzig Sommer zählen. Das kleine Mädchen ist ungefähr acht Sommer alt, sie ist ziemlich quengelig und hält ihr Kindermädchen in Trab. „Wie kommen sie dazu die Stadt zu verlassen, werter Bruder?“ will Kendra neugierig wissen. Schon vor Abfahrt der Kutsche interessiert sie sich für Absichten ihrer Reisegesellen. Mit leiser aber fester Stimme erzählt der Geistliche von seinem vorhaben. „Ich werde in die nächste kleine Siedlung ziehen, um dort meinen Glauben zu verbreiten. Es wird nicht lange dauern, bis ich euch wieder verlassen werde.“ Duncan muss indessen das kleine Mädchen davon abhalten sich seine Axt näher anzuschauen. Aufgeweckt versucht sie die Axt in die Finger zu bekommen. „Ayla, setzt dich hin, und lass die Axt in Ruhe!“ empört reist das Kindermädchen ihren Schützling von der Axt weg. „Entschuldigt, bitte das Verhalten von Ayla, sie ist immer so aufgeweckt.“ Die Reise beginnt. In zügigem Tempo durchqueren sie das Land. Die Reise verläuft ziemlich ruhig. Schnell holpert die Kutsche über die Landstraßen. Stunden vergehen, in denen sie immer wieder eine kleine Rast einlegen. Gegen Abend erreichen sie dann eine Raststelle. Der Wirt empfängt sie schon vor seiner Herberge. Die Pferde werden in die Ställe geführt und die Gäste bekommen ihre Zimmer zugewiesen. Die Zimmer sind in dem oberen Stockwerken, im Erdgeschoß ist eine Schenke, in der Trank ausgeschenkt und Essen ausgegeben wird. Alle Zimmer waren mit einfachen Holzmöbeln ausgestattet. Nach ihrer Ankunft in der Herberge „Zum lachenden Schelm“ fallen Duncan und Kendra erschöpft auf ihre Betten. Sie schlafen sofort tief und fest ein. Der Morgen dämmert noch nicht, als Kendra plötzlich aus ihrem Schlaf aufschrickt, schweißgebadet, sie kann gar nicht glauben, was sie gerade geträumt hat. Es war kein Traum, es war eine Vision. Vor ihrem Auge erschien Gaia, die vor Simons Schloß steht, sie zeigte mit ihrem Finger darauf, einen Augenblick später sah sie Arad, der blutüberströmt auf dem Boden lag. Er war in ihrer Vision tot. Und eine hässliche Gestalt beugte sich über ihn. Ihr kamen die Züge der Gestalt bekannt vor. Das war Simon! Dann hörte sie ein schrilles Lachen durch das sie wach wurde. Immer noch sitzt sie kerzengerade in ihrem Bett. Neben ihr auf dem anderen Bett liegt Duncan, er schlummert friedlich. Schnell steht Kendra auf und schüttelt ihn. „Was ist denn?? Warum weckst du mich?“ „Duncan, wir müssen wieder zurück, wir müssen wieder zum Schloß deines Vaters, Gaia und Arad sind in Gefahr.“ Duncan setzt sich auf und streckt sich, „Woher weißt du das?“ „Ich hatte eine Vision, wenn wir nicht schnell etwas tun, dann wird dein Vater Arad töten!“ verwundert blickt Duncan in Kendras Gesicht. „Was redest du da? Mein Vater ist tot! Ich habe ihn umgebracht! Weißt du nicht mehr?“ Natürlich weiß sie das noch. Mit ernster Mine blickt Kendra in Duncans Gesicht. „Er lebt, ich habe ihn gesehen. Gaia hat mir einen Hilferuf gesendet. Er ist am leben, sofern man das, was er jetzt ist Leben nennen kann.“

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